Massimo Danielis
Maler
geboren 1963 in Neuss, Deutschland
lebt und arbeitet in Pfaffenhofen/Ilm, Bayern und Udine, Italien

 Presse

27.12.1994


Nürnberg, Deutschland
Nürnberger Nachrichten S. 26


... in der Bamberger Stephanskirche hat man das seltene Experiment gewagt, alt und neu zusammenzubringen: der in Nürnberg lebende Künstler Massimo Danielis hat für das evangelische Gotteshaus den Zyklus "Creacion" (Schöpfung) geschaffen. Besser als in dem lichten, weißen Kirchenraum könnten die großformatigen Werke des Malers kaum zur Geltung kommen. Die fast durchgängig kräftigen, leuchtenden Farben ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann, laden ein zur Auseinandersetzung. Links und rechts vom Eingang sind das "Himmelstor" und das "Höllentor" gehängt. Beide gleichen sich im formalen Bildaufbau, weisen damit auf die gegenseitige Abhängigkeit hin. Aber während das leuchtend orangefarbene Himmelstor von kräftigem Blau, der Farbe des Wassers und des Lebens, umgeben ist, bildet rußig-düsteres Schwarz den Rahmen für das Licht des lodernden Höllenfeuers. Mit "Harmonie" und "Disharmonie" stellt Danielis noch einmal die beiden Pole menschlicher Existenz dar. Da es Danielis wie Kandinsky oder Marc um die Essenz, um das Geistige geht, bleibt er fast durchgehend im Abstrakten und stellt Farbflächen nebeneinander, aus deren Komposition die angedeuteten Figuren und Motive hervorgehen. Besonders gut gelingt ihm das im eigentlichen Schöpfungszyklus, der aus vier Bildern besteht. In "Chaos" sind die Farben noch verschwommen, Gelb als Farbe des Geistes und des Lichts dominiert. In "Schöpfung I", einem über 3 Meter breiten Triptychon, trennen sich links und rechts von einem angenehm gewordenen Gelb Tag und Nacht und die vier Elemente. In "Schöpfung II", ebenfalls als Triptychon angelegt, entsteht in der Mitte immer noch Leben, während links und rechts sich Mensch und Tier bereits in der Natur einrichten. Im paradiesischen "Garten" fehlen letztere bereits. Den Höhepunkt der Ausstellung bildet "der letzte Tag", ein Gemälde, das sich über acht Meter erstreckt. Hier durchdringen die in den anderen Bildern meist sorgfältig abgegrenzten Farbflächen einander, dem Auge wird kein Halt mehr geboten. Zwar sind drei Posaunenschmetternde Engel zu erahnen, aber die Unsicherheit des drohenden Gerichts dominiert alles.

26.05.1997

Nürnberg, Deutschland
Nürnberger Nachrichten

Massimo Danielis benutzt Farbe wie Modelliermasse. Seine gespachtelten Bilder zeigen Köpfe oder Landschaften, die vor einfarbigem Hintergrund zu schweben scheinen. Herausgelöst aus jedem Kontext, fordern sie die individuelle Interpretation des Betrachters. Den Ausdruck bekommen die Bilder durch den Farbauftrag. Selten erscheint eine Farbe rein, immer sind noch Schattierungen darunter zu entdecken. Expressiv und schwungvoll wirken seine "Köpfe", die einen Gesichtsausdruck nur erahnen lassen. Sie sind keine Portraits, sondern lediglich Platzhalter für Individuen. Allein die Kombination der Farben variiert die Stimmungen. ähnlich ist es bei den Landschaften: ein Haus steht als pars pro toto für viele, eine waagerechte Linie zwischen zwei Farbblöcken ist nur die Andeutung des Horizonts. Die Bilder wanken auf dem Grat zwischen Anlehnung an die Realität und Abstraktion. Jeder sieht darin seine eigene Welt.

13.11.1997

Ingolstadt, Deutschland
Donau Kurier

...über 40 solcher Graphiken zeigt Danielis, hauptsächlich Kaltnadelradierungen und Aquatintas, die oft in experimentierenden Serien entstanden zu sein und verborgener Inhaltlichkeit hinter äußerer Form nachzuspüren scheinen. Manchmal reichen dem Künstler zehn auf zehn Zentimeter an Papier, um in nur scheinbaren Umrissen, Betonungen, Verdickungen komplexe Bilder "anzudenken", die sich dabei jenseits des real Gesehenen erst entwickeln.
Köpfe, Figuren, Paare, in seltenen Fällen auch Landschaften, schälen sich heraus im Kopf des Betrachters, während auf dem Bildträger einer ernsthaft immer weitere Möglichkeiten abstrakter Malerei (diesmal mit graphischen Mitteln) erprobte. Zu ihr gehört auch die Farbigkeit: Um den mitunter hart eingekratzten und geützten Strich zerfließt sie zu samtiger, unreiner Unschärfe, formt sich unauffällig zu mysteriös aufgebrochenen, nebeligen Flächen und Schemen, die ihrerseits noch weitere Assoziationen wecken. Schön an den dabei immer zierlichen, zurückhaltenden Arbeiten ist der Charakter ernsthaften Studierens, Erforschens, Nachfassens: einen gründlichen Blick in ein Künstlerisches Arbeitsbuch und seine experimentellen Skizzen erlaubt diese Schau.

19.12.1997

Regensburg, Deutschland
Mittelbayerische Zeitung

...Metamorphosen aus Licht und Farbe zeigen die Ölbilder des Künstlers Danielis. Bei der Betrachtung der Werke fallen zunächst die kräftigen Farben, die großen Formen auf: Vage begrenzte Farbflächen in fließenden Übergängen oder auch starken Kontrasten, die sich nicht verbinden. Aus der Nähe betrachtet, eröffnen sich überraschende Einblicke: Das, was als Bild zunächst sichtbar ist, ist die oberste Schicht, die zugleich alle darunterliegenden Schichten unterschiedlich stark zudeckt oder freigibt. Dabei nützt Danielis die traditionelle Technik der Ölmalerei, Farbe auf der mit Kreidegrund vorbereiteten Leinwand in Schichten übereinander aufzutragen. Er überdeckt Farben, spachtelt sie zu, schabt und ritzt sie wieder auf, lässt sie unter neuen Farbschichten verschwinden und unvermittelt wieder an der Oberfläche erscheinen. "Massimo Danielis betont die Fläche - ohne daß die Bilder damit flach werden", meint Dr. Heidrun Stein-Kecks, Privatdozentin für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg. Die Bilder seien ungemein lebendig, nach ihrer "Vollendung" durch den Künstler blieben sie weiter in Bewegung: durch die Betrachtung jedes einzelnen. Danielis... will in seinen Bildern kein Abbild einer bestimmten Landschaft geben, wenn auch die Formen der Häuser an Italien erinnern mögen. Es ist die Idee einer Landschaft, die sich aus seinen Bildern heraus gestaltet und im Betrachter vollendet.

18.10.2001

Wolfenbüttel, Deutschland
Wolfenbüttler Nachrichten

" ... es sind ideelle Landschaften, und es ist das Haus an sich", erläutert er das Konzept und fügt gleich noch einen Kommentar zur Arbeitsweise an: "Es entstehen immer einige Bilder zusammen, ich male gleichzeitig an mehreren". Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, gewinnt ein Gang durch die Ausstellung den Charakter eines Spazierganges durch eine von strahlendem Sonnenschein erhellte italienische Landschaft. Leuchtendes Gelb, Grün und Blau symbolisieren licht und Klarheit, und die in fast allen Bildern dominierende waagerechte Linienführung vermittelt den Eindruck unendlicher Weite. Im "Sonnenblumenfeld" scheinen sich die schwarz-gelben Blütenköpfe vom Winde bewegt zu neigen, "Blühende Obstbäume" bezaubern in luftigem Weiß und Grün. Die abstrakten Kompositionen fordern die Aufmerksamkeit und Phantasie des Betrachters heraus, und damit beginnt, was Herr Beese als "Metamorphose" bezeichnet. Denn beim Anblick der "Zwei Häuser auf grünem Feld" wandelt sich die ländliche Idylle zum Symbol von Einsamkeit und Verlassenheit. Das "Haus mit Säulen" - das einzige der ausgestellten Werke, das betonte, senkrechte Linien ins Bild bringen - wirkt bedrohlich in seiner massiven Farbigkeit. Was an allen Gemälden zunächst als homogene Fläche erscheint, erweist sich bei längerer Betrachtung als Schichtung unterschiedlicher Farben, getupft, gekratzt und gespachtelt. Damit wird die Fläche aufgelöst, sie wird bewegt und belebt, gewinnt Kontrast und Tiefenschärfe.

27.09.2000

Donauwörth, Deutschland
Donauwörther Zeitung

... Viele der Bilder sind in der Grundstimmung in eindringlicher, leuchtender Farbgebung angelegt. Der Maler läst die meist mit der Spachtel aufgetragenen Farbschichten aber auf, indem er sie mit neuen Schichten überdeckt, diese ritzt und wieder aufschabt. Durch die entstandenen Ritzen und Aufschabungen werden kleine Linien und Flächen aus früheren Schichten sichtbar, so daß ein faszinierender Farbenreichtum innerhalb der dominierenden Farbschichten zustande kommt. Danielis erläutert, daß diese Arbeit lange Prozesse von mehreren Tagen, ja oft Wochen erfordert. Im unteren Raum stimmen die beiden Hauptbilder die Besucher zunächst satirisch ein. Sie zeigen einen Künstler und einen Kritiker. Was jeder von ihnen tut, ist nicht gerade erhebend. Bei den weiteren Bildern des Eingangsraumes macht es der Maler dem Betrachter schwerer. Bei den Bildern "Ikarus" und "Herz" wird offenkundig, daß Danielis Darstellungen keine Abbildungen sind. Der Betrachter muss mitarbeiten, sich eigene Gedanken machen. Im Obergeschoss zeigt der Künstler zehn farbige Aquatinta-Radierungen, in denen, nur in anderer Technik, wieder viele Zwischentöne aufscheinen. Es sind in Farbe und Formen rätselvolle Impressionen zum Thema "Mauern, Zeit widerspiegelnd". An diesem Titel wird die Absicht des Künstlers bei seinen gegenwärtigen Arbeiten verdeutlicht. Mauern sind für Danielis lebendig. Sie saugen das Leben auf und tragen es geschichtsträchtig zur Schau.


Massimo Danielis
Maler
geboren 1963 in Neuss, Deutschland
lebt und arbeitet in Pfaffenhofen/Ilm, Bayern und Udine, Italien